Hundeschule OG SchH Fährte Hundsport LG07 Ausbildung Schäferhund Unterortnung Schutzdienst Erziehung Gehorsam
Ausbildung
Art der Prüfung |
Abkürzung |
Zulassungsalter |
Begleithundprüfung |
BH |
15 Monate |
Vielseitigkeitsprüfung für Gebrauchshunde 1
|
VPG 1 |
18 Monate
|
Fährtenhundprüfung 1
|
FH 1
|
18 Monate
|
Wachhundprüfung |
WH |
12 Monate |
Rettungshundtauglichkeits-Prüfung |
RTP |
14 Monate |
Ausdauerprüfung |
AD |
14 Monate |
Warum gerade Schutzhundesport
Warum gerade Schutzhundesport ?
Schutzhundesport
Der Schutzhundesport ist in den letzten Jahren leider völlig zu Unrecht in Verruf geraten. Schutzhunde, die richtig aufgebaut werden sind keine gefährlichen Beißer, sondern gut erzogene, gehorsame und ausgeglichene Hunde.
Warum gerade Schutzhundesport
Nun, um diese Frage zu beantworten, muss man ersteinmal wissen, was im Schutzhundesport gemacht wird. Eine Schutzhundeprüfung besteht in der Regel aus den drei Disziplinen Fährte, Unterordnung und Schutzdienst.In diesen drei Disziplinen müssen die Hunde wirklich fit sein. Fällt ein Hund durch eine der Disziplinen durch, dann gilt die gesamte Prüfung als nicht bestanden. Um an der ersten Schutzhundeprüfung teilzunehmen, muss man zunächst eine Begleithundeprüfung absolvieren. Erst dann ist man für die Schutzhundeprüfung zugelassen. Es gibt insgesamt 3 Stufen der Schutzhundprüfung (SchH I ist die niedrigste, SchH III die höchste). Analog dazu gibt es sogenannte IPO-Prüfungen in den selben Stufen. Hier wird nach der Internationalen Prüfungsordnung gerichtet.Diese Prüfungen unterscheiden sich aber nicht wesentlich von den SchH-Prüfungen.Bei den 3 Diziplinen haben wir genauer beschrieben, was dort gemacht wird und warum wir das für sinnvoll halten.
Die Fährte ist für viele Hunde (führer) die schwierigste Disziplin. Dabei ist genau diese Dieziplin diejenige, die dem Nasentier Hund am leichtesten fallen kann, wenn man versteht, den Hund richtig anzuleiten. Ab der 8. Woche sind die Geruchsnerven beim Hund weitestgehend entwickelt. Der Hund ist in der Lage, Gerüche wesentlich intensiver und differenzierter wahrzunehmen, als der Mensch.Diese Eigenschaft kann man sich zu Nutze machen. Hunde werden heute als Minensuchhunde, als Sprengstoffspürhunde, als Leichensuchhunde, als Rettungshunde, als Rauschgiftspürhunde, etc. eingesetzt. Als Privatperson kann man von diesen Betätigungsfeldern allenfalls die Rettungshundeausbildung in Erwägung ziehen. Leider sind die Ausbildungsplätze hier recht weit verstreut. Was für Jedermann und Jederhund möglich ist, ist die Ausbildung zum Fährtenhund. Hier verfolgt der Hund eine Fährte über einen Acker, eine Wiese oder ähnliches Gelände, die ein Fährtenleger eine halbe, bis 3 Stunden vorher (je nach Prüfungsstufe) gelegt hat. Unterwegs "verliert" der Fährtenleger einige Gegenstände, die der Hund seinem Hundeführer anzeigen muss.Diese Art der Ausbildung kommt den hündischen Anlagen sehr entgegen. Die einzige Schwierigkeit besteht darin, einem Hund zu vermitteln, dass er genau die gelegte Fährte suchen soll, und sich nicht durch Fremdfährten (menschliche oder tierische) ablenken lassen soll. Aber das ist mit regelmäßiger Übung kein Problem.Bevor ein Hund eine Fährtenhundprüfung oder auch die erste Schutzhundprüfung ablegen kann, muss er zunächst die Begleithundeprüfung mit Erfolg absolviert haben.
Fast jeder Hund lernt und arbeitet gerne, wenn die Ausbildung von Anfang an richtig aufgebaut wird. Ein Hund, der keine Aufgabe hat, ist in den meisten Fällen kein glücklicher Hund. Als verantwortungsbewusster Hundehalter muss man allerdings dafür Sorge tragen, dass sich ein Hund wohl fühlt. Kleine oder auch größere Aufgaben kann man ihm meist leicht beibringen. Aber wieso nicht das angenehme mit dem nützlichen verbinden? Auf unserem Hundeplatz wird die Arbeit mit dem Hun in so vielen verschiedenen Bereichen betrieben, dass sicherlich für jeden Hund etwas dabei ist.Voraussetzung für fast alle Sportarten ist allerdings der Grundgehorsam. Bei den Prüfungen fängt dieses mit der Begleithundeprüfung an. Hier muss der Hund zeigen, dass er die Leinenführigkeit, Freifolge, Sitz aus der Bewegung, Platz in Verbindung mit Herankommen und Platzablage beherrscht. Außerdem wird bei dieser Prüfung noch das Wesen des Hundes auf die Probe gestellt. Sein Verhalten gegenüber Joggern, Radfahrern, anderen Hunden etc. sollten entspannt und ohne Aggression sein.Diese Prüfung kann und sollte jeder Hund machen. Wer im Schutzhundesport tätig sein will (oder auch in einigen anderen Bereichen) muss eine solche Prüfung sogar absolvieren. Bei der Unterordnung während einer Schutzhundeprüfung kommen noch weitere Kommandos hinzu. Hier muss der Hund ein Apportierholz zu seinem Hundeführer zurückbringen. Bei der SchH I nur auf ebener Erde und über eine 1m hohe Hürde, bei SchH II und SchH III kommt noch die 1,80m hohe Kletterwand hinzu.Außerdem muss der Hund auf Sicht- und Hörzeichen des Hundeführers eine bestimmte Strecke vorauslaufen. Bei der SchH III muss der Hund zusätzlich noch das Hörzeichen "Steh" beherrschen.Durch diese Gehorsamsübungen wird das Mensch-Hund-Team eng zusammengeschweißt. Der Hund lernt gehorchen, schließt sich dem Hundeführer noch besser an und der Hundeführer lernt seinen hund noch besser kennen. Nur ein gutes Team kann hier glänzen.
Schutzdienst SchH1 SchH2 SchH3
Der Wildhund und auch der Wolf muss sich seine Beute suchen, erjagen und erkämpfen. Er kriegt nichts "geschenkt", sondern muss harte Arbeit leisten, bevor er zu seinem Ziel kommt. Die Haushunde heutzutage brauchen das zum Glück nicht mehr. Sie bekommen ihre Futterschüssel vor die Nase gesetzt und haben es nicht nötig, sich ihre beute zu erjagen.Trotzdem, oder gerade deshalb, gibt es immer wieder Hunde, die wildern, jagen, sich aggressiv verhalten, oder sonst irgendwie unerwünscht "Dampf" ablassen. Das ist auch nicht verwunderlich, denn was in Jahrhunderten in den Genen ist, daa lässt sich nicht innerhalb weniger Jahre oder Jahrzehnte abschaffen.Natürlich sind nicht alle Hunde so veranlagt, es gibt so viele Rassen, die alle für unterschiedliche Aufgaben gezüchtet wurden, dass bei einigen der Jagd- und Beutetrieb fast völlig verschwunden ist. Es gibt auch einige Hunde, denen reicht die "tägliche Runde um den Block".Diese Hunde werden wahrscheinlich nicht viel Spaß am Schutzdienst haben. Aber den anderen kann man mit dem kontrollierten und richtig gelernten Schutzdienst auf unserem Übungsplatz etwas bieten, das seinem angeborenen Beutetrieb Rechnung trägt. Er darf kämpfen, Beute erobern und praktisch vieles tun, was seinem Naturell entspricht.Er kann sich so abreagieren und sich austoben, was er sonst fast nirgendwo in dieser Art und Weise machen kann. Das Kämpfen um die Beute und das Siegen über den Helfer erweckt beim Hund in keiner Weise Aggressionen gegen den Menschen, sonden hat in manchen Fällen, wo eine solche vorhanden war, diese durch die Arbeit abzubauen geholfen. Nebenbei lernt der Hund im Schutzdienst, in einer extrem hohen Trieblage noch zu gehorchen. Und wer kann das sonst noch von seinem Hund behaupten?Leider gibt es auch, wie in vielen anderen Sportarten, in diesem Bereich schwarze Schafe, die den Ruf aller Schutzhunde in den Dreck ziehen. Aber im Regelfall sind Schutzhunde ausgelastete und gut erzogene Begleiter, die nur positiv auffallen. Und jeder Schutzhundesportler sollte dafür Sorge tragen, dass das auch so bleibt!
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UNTERORTNUNG
Die Unterordnung (bei der VPG-Prüfung auch Abteilung B genannt) zeigt wie harmonisch Hund und Herrchen gestellten Aufgaben gegenübertreten. Laut Prüfungsordnung soll der Hund alle Übungsteile schnell, freudig und korrekt ausführen. Nur so kann das bestmögliche Ergebnis erreicht werden. Im Unterschied zur Begleithundeprüfung wird die Unterordnung in der VPG immer ohne Leine vorgeführt, was zeigt, dass hier eine deutliche Leistungssteigerung erfolgen muss. Im Wesentlichen
besteht die Unterordnung der VPG aus folgenden Hauptübungen:
· Freifolge mit verschiedenen Gangarten
· Durchqueren einer Gruppe
· "Sitz" aus der Bewegung
· "Platz" aus der Bewegung in Verbindung mit Herankommen
· Apportieren (ebenerdig, über eine 1m hohe Hürde & über eine Schrägwand)
· Voraus senden des Hundes
· Ablegen ("Platz") unter Ablenkung
Abhängig von der jeweiligen Prüfungsstufe variieren die Übungen. So kommt zu dem "Sitz" und "Platz" noch ein "Steh" hinzu, die Größe und das Gewicht des Apportierholzes erhöhen sich, die Hörzeichen "Sitz", "Platz" und "Steh" erfolgen aus den Laufschritt.
Vielseitigkeitsprüfung für Gebrauchshunde SchH1 SchH2 SchH3
Der Schutzdienst (bei der VPG-Prüfung auch Abteilung C genannt) zeigt wie gut der Hund hört, auch wenn er in einer gesteigerten "Trieblage" ist. Dies heißt konkret, dass der Hund natürlich wesentlich lieber direkt zu dem Schutzdiensthelfer (Figurant) ginge, als ohne Leine mit seinem Herrchen zunächst gewisse Unterordnungsübungen zu absolvieren. Beim Schutzdienst ist es wichtig - um überhaupt die Prüfung bestehen zu können - dass der Hund nicht willkürlich "irgendjemanden beißt" sonder nur wie in den Übungsstunden trainiert mit dem Helfer um die Beute (den Beuteärmel) kämpft. Ebenso wichtig, ist das sofortige und verlässliche Ablassen von der Beute, sobald der Hund von seinem Hundeführer hierzu angewiesen wird. Im Wesentlichen besteht der Schutzdienst der VPG aus folgenden Hauptübungen:
· Revieren nach dem Helfer (der Hund sucht verschiedene Verstecke ab)
· Stellen des Helfers (der Hund verbellt den Helfer, sobald er diesen ruhig im Versteck antrifft) - WICHTIG der Hund darf nicht in den Beuteärmel beißen!
· Fluchtverhinderung des Helfers (sobald dieser sich schnell vom Hundeführer entfernt) mit anschließendem Ablassen ("Aus")
· Abwehr eines (Schein-) Angriffes in der Bewachungsphase
· Abwehr eines (Schein-) Angriffes auf den Hund zu
Abhängig von der jeweiligen Prüfungsstufe variieren die Übungen. So kommt zum Beispiel noch ein Seiten- und Rücken- Transport hinzu bei dem der Hund neben oder hinter dem Helfer laufen muss, ohne in den Beuteärmel zu beißen!
Fährtenarbeit
Die Fährtenarbeit (bei der VPG-Prüfung auch Abteilung A genannt) kommt zumeist am Anfang einer VPG-Prüfung. Sie ist mit die zeitaufwändigste Abteilung in der Hundeausbildung. Nicht nur, dass ein Hund um verlässlich eine Fährte abarbeiten zu können mehrere hundert Übungsfährten benötigt, auch am Prüfungstag liegen zwischen dem Auslegen der Fährte und dem Abarbeiten durch den Hund je nach Prüfungsstufe mehrere Stunden. Ziel der Ausbildung ist es, dass der Hund von Beginn an lernt, Trittsiegel, Bodenzerstörung durch das Auftreten des Fußes und Geruchsidentität einer Fährte von anderen zu unterscheiden und auf der angesetzten Fährte zu bleiben. Hierbei wird vom Hund und dessen Organismus eine unvorstellbare Höchstleistung abverlangt. Es ist z. B. erwiesen, dass intensiv suchende Hunde vor Anstrengung zeitweise eine erhöhte Körpertemperatur aufweisen und diese körperliche Belastung über mehrere Minuten hinweg aushalten müssen. Während der Fährte werden - abhängig von der Prüfungsstufe - ein bis mehrere Gegenstände vom Fährtenleger "verloren", die der Hund anzeigen bzw. verweisen muss. Bei der eigentlichen Fährte handelt es - ebenfalls abhängig von der Prüfungsstufe - sowohl um eine Eigenfährte des Hundeführers als auch um eine Fremdfährte einer für den Hund fremden Person. Dies erschwert die Arbeit des Hundes, da jede Fährte durch die Person eine individuelle Geruchsnote erhält. Es besteht auch die Möglichkeit eine von den Abteilungen B & C (Unterordnung und Schutzdienst) getrennte Fährtenarbeit an einer Prüfung zu führen. Da bei schweren Bodenverhältnissen die Fährte mit bloßem Auge vom Hundeführer meist sehr schwer oder auch gar nicht gesehen werden kann, muss sich der Mensch bei dieser Ausbildung voll auf den Geruchssinn seines vierbeinigen Gefährten verlassen können.